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title of series: interstellar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„interstellar“ – zwischen den Sternen, der Titel meiner Serie bezieht sich auf das Lebensgefühl der portraitierten Mädchen. Sie befinden sich im Stadium des Übergangs, der Adoleszenz, von der jungen Frau zur Erwachsenen. In dieser Lebensphase werden die sozialen Bindungen zu Eltern und Freunden hinterfragt. Das Überbordwerfen zuvor fester sozialer Lebensbezüge und die Suche nach einer Neupositionierung innerhalb der Gesellschaft stellen eine enorme Desorientierung dar. Das Verwerfen der vertrauten und gleichzeitige Erfinden einer neuen Welt mündet in so widersprüchlichen Gefühlen wie Verlustangst und Aufbruchstimmung, Melancholie und Hoffnung.Die jungen Frauen bewegen sich auf einem unsicheren Terrain zwischen dem Hier und Jetzt, dem Morgen und Dort. Einige der porträtierten jungen Frauen leben in therapeutischen Einrichtungen der Jugendhilfe. Für sie verstärkt sich dieser extreme Gemütszustand, denn sie mussten bereits, teilweise wiederholt, ihre Lebensgemeinschaften wechseln. Die Frage nach den Koordinaten ihres Daseins drängt sich bei ihnen in besonderer Weise auf. Welche Bezugspunkte verlieren sie wieder und welche neuen Bezugspunkte sind möglich? Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist sowohl retrospektiver, als auch gesellschaftlicher Natur, denn das Ausloten von Grenzen und Veränderungen treten zwar in dieser Lebensphase besonders zutage, begleiten uns aber ein Leben lang. Meine Fotografien sollen kein soziologisches Bild der heutigen Jugend skizzieren, sondern Ziel meiner Arbeit ist es diesen physischen und psychischen Schwebezustand darzustellen.